Hagebauprofi

7 TIEFBAU + STRASSENBAU aktuell Herbst 2023 Weitere Informationen unter www.iosb.fraunhofer.de www.sbb-mbh.de www.abendblatt.de www.handelsblatt.com www.newsroom.strabag.de www.vdz-online.de www.umweltbundesamt.de Quellen-/Literaturnachweis: Ökobilanz teerhaltiger Straßen- aufbruch – Studie des Fraunhofer Instituts IWKS, 2019; Pressemitteilung Fraunhofer IOSB, 21. Juli 2022 Spezielle Filtersysteme von Funke schützen Kanalisationen vor abgelöstem Mikroplastik Kies und Wasser. Bei dessen Her- stellung entsteht CO 2 , wenn Kalkstein, Sand und Ton bei 1.400 °C gebrannt werden. In Deutschland werden jähr- lich rund 34 Mio. Tonnen Zement ver- baut und dabei 20 Mio. Tonnen CO 2 emittiert. Die deutsche Zementindus- trie plant, ihren CO 2 -Ausstoß bis 2050 auf Null zu reduzieren. Christian Knell, Präsident der deutschen Zementindus- trie (VDZ) erklärt im Gespräch mit dem Handelsblatt „Wir müssen ressourcen- schondender bauen, komplett von fos- silen Brennstoffen weg und vor allem mit weniger Klinker auskommen.“ Als einen Baustein für eine klimaneu- trale Zukunft nennt die VDZ-Studie „Dekarbonisierung von Zement und Beton – Minderungspfade und Hand- lungsstrategien“ für ihre CO 2 -Roadmap Jährlich entstehen rund 100.000 Ton- nen Reifenabrieb, das macht rund ein Drittel der jährlichen Mikroplastikemis- sionen in Deutschland aus und bedeu- tet eine Pro-Kopf-Emission von 1 kg pro Jahr (Stand 2018). Die schwer abbau- baren Mikroplastikartikel aus Reifenab­ rieb dringen leicht in Gewässer und Boden ein, wo sie die Umwelt langfris- tig belasten und schädigen. Durch die Nahrungskette gelangen Mikroplastik­ partikel inzwischen in den menschlichen Organismus und zirkulieren sogar im Gefäßsystem. Eintritt von Mikroplastik in die Kanalisation reduzieren Im Verbundprojekt „RAU – Reifenabrieb in der Umwelt“ haben Forschende der TU Berlin mit Partnern aus Kommunen und Industrie die Mengen an Reifen- abrieb und den Eintrag in die aquati- sche Umwelt über den Straßenabfluss erforscht und Maßnahmen zu deren Reduzierung aufgezeigt. Als Teillösung wurden beispielsweise Filtersysteme von Funke für Straßenabläufe getestet. Eine Ausstattung von Hotspots wie z. B. Hauptverkehrsstraßen oder Kreis- verkehren mit diesen Filtern wird als sinnvoll erachtet. Auch andere, schwe- rer messbare Faktoren können den Eintritt von Mikroplastik in die Kana- lisation reduzieren. Die Studie nennt beispielweise verbesserte Techniken der städtischen Straßenreinigungen und verbesserte Auffangsysteme für Kehrmaschinen. Mit Fahrweise und innovativen Reifen Mikroplastik vermeiden Intelligente Ampelschaltungen und op- timierte Verkehrsführung können Rei- fenabrieb ebenfalls minimieren. Durch seine Fahrweise beeinflusst jeder Autofahrer die Abnutzung seiner Reifen. Letztendlich liegt auch eine große Ver- antwortung aber bei den Reifenherstel- lern, innovative Reifen zu entwickeln, deren Abrieb die Umwelt weniger belastet. Michelin will bis 2050 Auto- reifen ausschließlich aus biologisch erzeugten oder recycelten Materialien herstellen. 2024 sollen die ersten Rei- fen auf den Markt kommen, die recycel- te Plastikabfälle wie PET-Flaschen oder Joghurtbecher enthalten. In einer Studie hat der ADAC zudem den Abrieb verschiedener Reifen ge- testet – Verbraucher können sich hier informieren, welche Reifen bessere Umwelteigenschaften haben. Da gibt es erstaunliche Unterschiede. CCUS (Carbon Capture, Usage, and Storage). Der Speicherung und Weiter- verwertung von Kohlendioxiod kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. „Ohne CCU und CCS geht es nicht“, erklärt VDZ-Geschäftsführer Martin Schneider im Handelsblatt-Artikel. Ohne diese Technologien können die Emissionen bis 2050 nur um 36 Prozent reduziert werden. Aber die unterirdische Spei- cherung, beispielswiese in möglichen Lagerstätten in der Nordsee, ist um- stritten. Das Umweltbundesamt be- wertet die weitere Nutzung des CO 2 (CCU) als unverzichtbaren Bestandteil eines zukünftigen Wirtschaftssystems, da eine vollständige Dekarbonisierung des Wirtschaftssystems nach heutigem Kenntnisstand nicht möglich ist. Weitere Informationen unter www.adac.de Kleinste Plastikpartikel gelangen über die Nahrungs- kette in den menschlichen Organismus. Der Abrieb von Autoreifen spielt dabei eine große Rolle. MIKROPLASTIK DURCH REIFENABRIEB

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